Der Herbst ist da.

7 Uhr 30, es ist noch nicht wirklich hell und der Nieselregen legt eine feuchte, unangenehme Kälte über den S-Bahnhof. Menschen laufen mit aufgespannten Regenschirmen über den überdachten Bahnsteig, stechen sich gegenseitig die Augen aus und ströhmen nach und nach in die bereitstehende Bahn. „Stirb leiser!“, denkt man sich, da die Frau in der Sitzgruppe nebenan hustet, wie ein totkranker Kettenhund, aber bei dem Aroma, das sie versprüht, scheint es ein ausgewachsener und  wohlklingender Raucherhusten zu sein. Aber es schnieft und schnäutzt ja überall.
Das lustige Tür-auf-Tür-zu-Spiel hat ja schon vor ein paar Tagen begonnen. Ziel ist es möglichst wenig frische Luft in den Wagen zu lassen. Wenn also jemand den Waggon betritt und nicht auf den Tür-zu-Knopf drückt, kann man beginnen zu zählen: Eins, Zwei und bei Drei springt schon jemand, wie vom wilden Affen gebissen auf und schließt die Tür.
Und so setzt sich die S-Bahn, die heute verdächtig leer ist, pünktlich um 7 Uhr 35 in Bewegung.
Menschen steigen ein, Menschen steigen aus, Nasen laufen, Zeitungen knistern, Kaugummis oder das Frühstück wird geschmatzt. Ein Tag beginnt, obwohl das Wetter sagt: „Wärst du mal im Bett geblieben!“

Pariser Platz und Brandenburger Tor an einem herbstlichen Regentag.

Pariser Platz und Brandenburger Tor an einem herbstlichen Regentag.

Advertisements

Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: