Laaangweilig! – Berliner S-Bahn-Typen Teil 1

Man kann sich das eigentlich kaum vorstellen: Ein Brandsatz wird nach dem anderen an Berliner S-Bahn-Strecken gefunden und Gott sei dank ist noch nichts passiert. Die Angst fährt auch noch nicht mit, aber der Berliner hat hoffentlich nicht nur „ne jroße Schnauze“, sondern auch nicht so schnell die Hosen voll.

So war die tägliche Fahrt mit der S-Bahn einfach nur laaangweilig! Nichts passiert, kein Schwank. Nur die üblichen Verdächtigen. Eigentlich war es ja sogar sehr idyllisch. Mit dem Sonnenaufgang gen Mitte gefahren.

Mit der aufgehenden Sonne gen Mitte.

Mit der aufgehenden Sonne gen Mitte.

Die Rückfahrt war auch so unspektakulär und der Akku vom Telefon leer, so dass ich mir mal meine Mitreisenden näher anschauen konnte. Man trifft ja irgendwie immer dieselben Typen: Die verschiedenen Senioren, Muttis, Hartzis, Malocher, Angestellte etc. Ich möchte das jetzt gar nicht so tief aufdröhseln. Besonders aufgefallen sind mir heute auf der Heimfahrt zwei Herren aus der Kategorie „Malocher“. Den einen möchte ich gerne, nicht als Person, sondern als Typ beschreiben. Man findet ihn häufig auf den Linien im Ostteil der Stadt. Nennen wir in Enrico.

Unser Enrico (die relative Häufigkeit des Vornamens Enrico finden sie hier) ist Mitte Zwanzig, Kfz-Mechaniker und wohnt in einer Plattenbausiedlung im ehemaligen Ostberlin. Er trägt die Haare sehr kurz und igelig, die Haare an der Seite sind vor einigen Tagen rasiert worden. Durch seine Ohrringe können in ein paar Jahren Spatzen fliegen und wenn er vor einem an der Ampel steht, kann man durch seine Ohrläppchendehnung die Passanten auf der gegenüberliegenden Straßenseite beobachten. Das goldfarbene Panzerkette hängt lässig über dem gestreiften Sweater, der gerne auch mal in die Hose gestopft wird. Die hellverwaschene Jeans, die seine Mutter „Niethose“ nennt, erinnert im Schnitt an eine Ballonseidenhose oder verfügt über geräumige Beintaschen, aus denen gerne mal Bierflaschen herausschauen. Turnschuhe bekannter Hersteller runden das Gesamtbild ab.

Enrico

Enrico

Vielleicht ist es morgen spannender in der Bahn. Ich darf nicht vergessen das Telefon zu laden. Guten Abend!

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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