Trulla in rot. Teil 2

Wenn man sich manchmal fragt: Was macht einen Menschen weiblichen Geschlechts zur Frau und was zur Dame? Dann kann man zu diesem Thema weit ausholen.
Dass nicht jede Frau eine Dame ist, kennen die Meisten von uns aus leidlicher Erfahrung. Die Anrede „Frau“ für alle Weibchen des Homo sapiens ist auch erst neueren Datums. Dazu folgt ehebaldigst noch ein kleiner Exkurs.
Rumps, plumps, platsch, raschel, räusel, hust, breitmach. Das ist ungefähr die aktuelle Situation auf der Sitzbank gegenüber und ich bin kurz davor die Trulla zu fragen, ob sie nicht meinen Platz haben möchte, damit sie näher an ihrer Tageszeitung ist.
Aber: heute ist ein schöner Freitag und der Herrgott schlägt nicht mit dem Knüppel, aber er schlägt.
Die raumgreifende Trulla in rot hat soeben ihr fett im wahrsten Sinne des Wortes abbekommen: An der ersten Haltestelle hat sich nämlich ein ganz dicker Mann neben die Urschel gesetzt und nun muss sie ihre Tasche auf dem Schoß halten, die Zeitung nah am Körper lesen. Liebe Leser, sie hätten das Gesicht sehen sollen, als sie Raum preisgeben musste. Beim letzten mal war der Mensch, der neben Ihr Platz nehmen wollte normalgewichtig und das Ende vom Lied war, dass der arme Tropf mit halber Backe auf der Bank saß. Aber heute rächt sich die Wohlstandsgesellschaft an diesem unmöglichen Frauenzimmer, die so gar nichts damenhaftes hat.
Heute ist ein schöner Freitag. Guten Morgen Berlin.

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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