Wider die Duzerei.

Am Donnerstag Abend (25.10.12) nahm ich dank @Hildwin einen interessanten Artikel zur Kenntnis, dass in der deutschen Internetwirtschaft das Duzen in Gefahr sei. Ich bin nicht in der Internetwirtschaft oder einem coolen Start-Up beschäftigt, aber fassen wir es kurz: Ich will nicht von jedem Wildfremden geduzt werden. Auch nicht von jedem Halbfremden.
Die „Siez-Frage“ schafft mitnichten mentale Kosten. Das Siezen ist immer die richtige Anredeform. Das Duzen sollte doch Freunden, guten Bekannten und Familienmitgliedern vorbehalten sein. Ich muss nicht jeden Duzen – es ist auch in keinster Weise cool, jeden immer und überall zu duzen, sondern vielmehr hochgradig unhöflich. Menschen, die jeden Duzen enstammen entweder bestimmter Millieus, sind ungehobelt oder ungebildet. Ich möchte nicht von Verkäufern – egal ob Handyladen, Bekleidungsgeschäft oder Burgerbraterei – mit dem vertraulichen „Du“ angesprochen werden. Ich kenne diese Menschen nicht und bestehe daher selbstverständlich auf das förmliche „Sie“.
Es ist richtig, dass das „Sie“ förmlich ist und daher eine Distanz aufbaut. Diese Distanz ist nicht unnötig, sondern Ausdruck von Höflichkeit, gegenseitigem Respekt und zieht sinnvolle Grenzen zwischen Hierarchien. Es gibt viele Menschen mit denen ich einen sehr vertrauten und herzlichen Umgang pflege – bin aber mit ihnen nicht befreundet und daher siezen wir uns.
Auch kann ich es nicht gelten lassen, sich in der eigenen Altersgruppe zu duzen. Das mag ja bei Kindern und Halbwüchsigen so sein, aber ich bin nun Mitte 30, da kann ich nicht willenlos jeden Fremden – der eventuell mein Alter hat – duzen.
Auch das Duzen im Internet ist mir im Grunde fremd. Nur weil der mir oftmals unbekannte Gegenüber nicht körperlich zugegen ist duze ich doch nicht. Ich duze ja auch nicht am Fernsprecher.
Dem Deutschen tut das „Sie“ ganz gut, da der gemeine Teutone eher unhöflich und grobklotzig ist. Wenn man mit Menscher per-sie ist nimmt man sich doch nicht gar so flappsiger Ausdrucksweisen an. Meine Mama hat immer gesagt: „Du Arschloch sagt sich schneller als Sie Arschloch!“ Und da hat sie sehr recht.
So wünsche ich Ihnen, verehrte Leser, eine schöne Woche. Hurra!

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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