Fäsch´nwiek. The Fashion-Victim. Oder: Das Mode-Opfa

Hurra, es war mal wieder Modewoche in Berlin und die Stadt wurde überflutet von Modeschaffenden (was immer das dann im Einzelnen bedeudet), Mannequins, Journalisten, Fotografen (die aber im Stadtbild nicht auffielen) und drölfmillionen Modetouristen, also Fashionblogger und solche die sich dafür halten. Der feiner Herr Toko hat ja auf seinem Blog schon das ein oder andere Mal über seine Ausflüge in die Welt der Fäsch´nblogger berichtet. Im Vorfeld dieses eitlen Schaulaufens hat sich der verehrte Herr Roetzel sehr treffend mit dem Phänomen des Modetouristen beschäftigt.

Der Fashionblogger ist kein scheues Reh und fällt auch im 365-Tage-Eitelkeiten-Jahrmarkt-Berlin in der Regel auf. Das ist in vielen Fällinnen ein durchaus angenehmes Bild, es gibt dann aber auch die ein oder andere Übertreibung, die dann plötzlich vor einem steht und man sich einfach nur denkt: „Mein Gott ist das albern“. Gerade das männliche Exemplar des Fashionbloggers trägt zum Imponieren oft einen eiteles Federkleid und putzt sich stattlich heraus. Ein besonders affektiertes Exemplar bekam ich am vergangenen Freitag zu Gesicht, das eindrücklich bewies, dass man auch in grau und schwarz gewandet ein Geck sein kann.

Der Grauschwarze Eitel

Schmale schwarze Schnallenschuhe, die auch einem kaukasischen Karussellbremser zu Ehre gereichen würden. Aber es paßt ja, da Schnallenschuhe gemeinhin als sehr geckenhaft empfunden werden und so stehen sie dem Knäblein gut zu Fuß. Es ist natürlich richtig, dass enge Hosen kürzer getragen werden als weit geschnittene: Jedoch soooo kurz? Der sehr breite Umschlag und diese extremen grauen Hochhwasserhosen bei den ziemlich dürren Spinnenbeinen. Das sah schon sehr albern aus. Die Jacke, die er trug war in dunkelgrau gehalten, hinterließ jedoch keinen bleibenden Eindruck. Bekrönt wurde die dunkelgraue Jacke jedoch durch ein senffarbenes grobmaschiggestricktes Schalmonster, das künsterlisch um den nicht mehr erkennbaren Hals gewickelt wurde. Eine 1980er Jahre Popper-Frisur in Aschblond zeigte jedermann an: Er hat die Haare schön und die Föhnfrisur ist noch nicht tot! Die ganze Erscheinung wirkte jedoch nicht authentisch, sondern doch sehr aufgesetzt.

Nun hat der Zirkus ja erstmal ein Ende, die „Mode“-Touristen verlassen Berlin, um im Sommer wieder in die Stadt einzufallen. Ich bin schon auf die Sommer-Outfits gespannt und wünsche allen ein schönes Wochenende. Hurra.

Das Einbinden von Videos funktioniert in der mobilen Anwendung nicht wirklich. Musiktipp zum Thema kommt später.

Nun wie versprochen mein Musiktipp zum Thema: Aus dem Grusical „Das Spukschloß im Spessart“ der Titel „Kleider machen Leute“.

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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