Was haben sie eigentlich alle gegen die Ehe?

Warum wird von der veröffentlichten Meinung ein Geschütz gegen Ehe und Familie nach dem anderen in Stellung gebracht? Unter dem Deckmantel der Menschenfreundlichkeit wird nicht Ehe und Familie, die gerade unter jungen Menschen ein sehr hohes Ansehen haben, als gesellschaftliches Leitbild und Ideal erklärt, sondern alle anderen sind wichtiger und de facto die bessere Lebensform (vielleicht auch nur, weil das die Lebensform ist, die der ein oder andere Medienschaffende für sich gewählt hat) und jeder, der von der – von der veröffentlichten Meinung auf die Tagesordnung gehobene und wie eine Monstranz vor sich hergetragene – „neuen Lehr- und Lebensmeinung“ abweicht ist ein konservativer Menschenfeind.

Die Ehe ist nicht antiquiert, die Ehe ist die rechtlich ausgestaltete und verfassungsrechtlich geschützte Lebensweise in der Familie stattfindet. Unsere Rechtsordnung hat sich auf das Konstrukt der Ehe festgelegt und niemand, der eine Partnerschaft außerhalb der Rechtsform der Ehe wählt – ganz gleich aus welchen Gründen – wird in seinen Rechten beschnitten. Wenn sich ein Mann und eine Frau entscheiden Kinder zu zeugen, dann brauchen die beiden dafür sicher nicht den Rechtsrahmen der Ehe, aber die Ehe bietet Ihnen und den aus der Verbindung entstehenden Kindern gewisse Vorteile, die der Gesetzgeber den Ehegatten gewährt. Es steht jedem Paar frei die Ehe einzugehen und die Ehehindernisse sind in der Bundesrepublik so gering. Wer sich aber nun aus freien Stücken gegen die Ehe entscheidet, der hat selbstverständlich auch keinen Rechtsanspruch auf die Privilegierung, die die Ehe bietet. Es ist heute aber leider Mode geworden, dass jeder aus dem persönlichen „Will ich aber haben“ einen vermeintlichen Rechtsanspruch herleitet. Das ist egoistische Rosinenpickerei einer vom Individualismus zerfressenen Gesellschaft.

Auf den gesellschaftlichen Irrweg der so genannten „Homo-Ehe“ werde ich an dieser Stelle sicher nicht eingehen, da man dazu in unserer doch so pluralistischen und freien Gesellschaft keine von der veröffentlichten Meinung abweichende Meinung haben darf.

Eine Gleichstellung der Ehe mit anderen Partnerschaften ist überhaupt nicht geboten und vor allem ist es auch nicht Aufgabe des Gesetzgebers jeder x-beliebige Lebensform oder sexuelle Präferenz (was immer das im konkreten Fall heißt), die Menschen wählen, um miteinander zu leben und ggf. Kinder zu zeugen, in ein rechtliches Konstrukt zu gießen, dass die Vorteile der Ehe bietet, ohne jedoch den hohen Anspruch auf Lebenslänglichkeit mit allen daraus entstehenden Konsequenzen zu tragen: Rosinenpickerei.

Vergleiche sind ja immer ein wenig gehbehindert; sie hinken, aber dennoch will ich einen Vergleich bemühen:
Selbstverständlich kann man rein handwerklich ein Kraftfahrzeug ohne Fahrerlaubnis bewegen und zum Erwerb eines solchen Fahrzeuges brauch man den „Lappen“ ebenfalls nicht. Man stelle sich vor immer mehr Menschen in unserem Land würden sagen, dass sie den Führerschein als Relikt des vordemokratischen Obrigkeitstaates (reichseinheitlich eingeführt im Jahr 1909 unter Kaiser Wilhelm II.) ablehnen, man zum Fahren keinen Schein benötige und so weiter. Hier käme auch keiner auf die Idee von der Politik zu verlangen, dass dieses überkommene Konstrukt zu überwinden sei und freies Fahren für Jedermann gefordert wird. Schön blöd, wem der Führerschein etwas bedeutet und fleißig und kostenintensiv in die Fahrschule läuft und dann vor einem staatlich beauftragten Prüfer eine Prüfung ablegt, durch die man auch Durchfallen kann. Ich weiß nicht, wie sie das nennen, ich nenne es verkommene Rosinenpickerei. Wie gesagt, der Vergleich hinkt.

Unstrittig war bisher, dass Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung stehen.
Die Ehe ist die rechtlich geordnete Form einer auf Dauer angelegten Verbindung von Mann und Frau, deren Eingehung auf der Willensübereinstimmung der Ehegatten beruht und des Ordnungselements der staatlichen Mitwirkung durch den Standesbeamten bedarf (§§ 1310 ff. BGB). Die Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft der Ehe erweitert sich durch Kinder zu der Lebens-, Wirtschafts- und Erziehungsgemeinschaft der Familie. Die Ehe ist die rechtliche Form umfassender Bindung zwischen Mann und Frau; sie ist die alleinige Grundlage einer vollständigen Familiengemeinschaft und als solche Voraussetzung für die bestmögliche körperliche, geistige und seelische Entwicklung von Kindern. Die Verschiedenartigkeit der Ehe und alternativer Lebensgemeinschaften hat zur Folge, dass eine Ungleichbehandlung beider Lebensformen den allgemeinen Gleichheitssatz nicht berührt und das Diskriminierungsverbot (Art. 3 Abs. 3 GG) nicht verletzt. Das grundsätzliche Beiseitelassen dieser Verschiedenheit durch das Gesetz würde vielmehr das Schutzgebot des Grundrechts missachten (Art. 6 Abs. 1 in Verb. mit Art. 3 Abs. 1 GG) (Maunz/Dürig/Badura, Art. 6 GG, Kommentar, Rn 55). Ich kann nur hoffen, dass die, die es am Ende des Tages entscheiden mal einen Blick in einen Grundgesetz-Kommentar werfen.

Guten Abend Berlin.

Abschließend noch ein paar Grafiken aus dem Familienreport 2012 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der auch zum Herunterladen bereit steht.

familie_1

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

Ein Kommentar

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