Skizzen 2000. Heute: Der Duum vun Firenze

Vor einigen Tagen vielen mir alte Skizzen in die Hände. Alt ist ja relativ, aber die Skizzen sind wohl zwischen 1999 und 2001 entstanden und zeigen Alltagsszenen der Zeit um die Jahrtausendwende.

Hier nun Teil 5 der Serie, der eigentlich nur ein Ausschnitt aus einer Köpfesammlung ist.

2000_volp_karlIch muss zugeben, dass ich den Lehrer Karl V. nie als Schüler hatte, von der ein oder anderen Vertretungsstunde abgesehen, Herr V. besticht aber durch einen reichen Schatz überlieferter Zitate und Anekdoten. Wenn es die Tante Jolesch und auch ihre Erben nicht schon geben würde; Herr V. wäre ein würdiger Ersatz bzw. ein vortrefflicher dritter Teil der Reihe.

Die älteste mir bekannte Geschichte über Herrn V. ist wohl die, wie er in den 1960ern als junger Dorfschullehrer im Vogelsberg kein Badezimmer in der Lehrerwohnung hatte und bei der Gemeinde den Einbau eines solchen beantragte. Die Bauern im Gemeindevorstand lehnten das Ansuchen mit der trefflichen Begründung ab, dass er sich als Schullehrer nicht so dreckig macht und daher kein Badezimmer brauche.

Entscheidend ist aber die ganz eigene Sprachmelodie des Herrn V. Ich denke ich sollte mal eine Audiodatei erstellen, da man mir nachsagt, dass ich ihn stimmlich ganz gut nachahmen kann.

Legendär ist nicht nur sein „Biddääh“, das aber nicht nur Bitte heißt, sondern auch seine Italienischen Klassenreisen und hier vor allem die Führung durch den Florenzer Dom (Duum vun Firenze)

Herr V.: Der Duum vun Firenze, hat eine riiesengruuße Guppel, mit viielen vunderbaaren Moasiggen!
Schüler: Herr V.! Sie meinen doch Mosaike?
Herr V.: Nein, Biddääh! Das heißt Moasiggen, da uben sind sie doch!

Das klingt gespochen natürlich um eingiges besser!

 

Italienisch für Fortgeschrittene.

Szene: Ein Straßenkaffee in einer italienischen Stadt, Lehrer mit drei Schülern. Auftritt des Kellners.

Kellner: Prego, Seniori?
Herr V.: Biddääh! Due Birraa ee due Winuu russu!
Kellner: Prego, nigs verstehe!
Herr V.: Biddääh! Due Birraa ee due Winuu russu!
Kellner: Scusi, non capisco. Nigs verstehe.
Herr V.: (leicht entnervt und ermahnend) Due Birraa ee due Winuu russu!
Kellner schaut verzweifelt in die Runde.
Schüler H.: Herr V., lasse Sie mich mal. (Wendet sich dem Kellner zu). Mir hädde gern zwei Bier unn zwei Rotwein.
Kellner: Kommte soforte!
Herr V.: (erstaunt) Biddääh! Hulger! Du gaanst ja Idalieänisch!

Ich glaube, um die Erstellung der eine oder anderen Tonaufnahme komme ich wohl nicht hinweg.

SDBTGKAJKH814061608141_0007

 

Advertisements

Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: