Smalltalk. West End statt Neukölln. Teil 2

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Am Montag, den 2. Februar 2015 stellte Alexander von Schönburg in der Bar jeder Vernunft sein neuestes Buch „Smalltalk. Die Kunst des stilvollen Mitredens“ bei einer amüsanten Plauderei mit Jörg Thadeusz vor. Ich kannte die Bar jeder Vernunft bisher nur vom Hörensagen und der Fernsehaufzeichnung der 1994er Inszenierung der Operette „Im weißen Rössl“ unter anderem mit dem seligen Otto Sander, Geschwister Pfister und Max Raabe.

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Die unmittelbaren Eindrücke während der Veranstaltung können Sie im ersten Teil dieses Beitrags vom 3. Februar 2015 nachlesen.

Schönburgs kurzweiliges Werk sollte ursprünglich „Wissdumm“ heißen. Das Wort steht aber nicht im Duden und ist erklärungsbedürftig. Es beschreibt aber sehr genau ein Problem unserer Zeit: Wir können das gesamte Wissen der modernen Welt gar nicht mehr in Gänze verstehen, geschweige denn erfassen. „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Dieser Sokrates zugeschriebene Satz der wohl die Entwicklung von der Entlarvung des Scheinwissens über das bewusste Nichtwissen hin zur Weisheit als Wissen um das Gute beschreibt, hat über die Jahrtausende nichts an seiner Wahrheit verloren und gilt vielleicht heute mehr als in der Antike.

Schönburgs Werk ist mitnichten ein gedruckter Smalltalk-Monolog, es ist eine unserer geringen Aufmerksamkeitsspanne angepasstes Lehrbuch in Philosophie und Psychologie. Das Ganze verpackt in kurzen Kapiteln und gespickt mit netten Anekdoten.

Es zeigt, dass in unserer wissdummen Welt die großen Philosophen eben nicht im Elfenbeinturm sitzen, sondern sich als blonde Hotelerbinnen tarnen.
Das Werk nennt sich zwar „Smalltalk“ und kokettiert damit ein Buch über das angeregte parlieren zu sein, es ist aber vielmehr ein Werk über das menschliche Miteinander in Anekdoten.



 

Viele Infos über das Buch und die hohe Kunst des Smalltalks kann man sich bei dem Auftritt von Alexander von Schönburg bei 3nach9 anschauen.


Die Rezension von Dietrich Wienecke (schoeneliteratur.de) möchte ich Ihnen auch ans Herz legen.

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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