Kinderrechte ins Grundgesetz. Oder: Die Kollektivierung der Familie.

Erstmal herzlichen Dank an Frau Kelle, dass sie den alljährlichen Versuch von Frau Schwesig die fixe Idee der „Kinderrechte“ stets thematisiert und uns davor warnt der Ministerin und ihren Bundesgenossen nicht auf den Leim zu gehen.

Beim Grundkonzept von „Kinderrechte in die Verfassung“ ist doch vielmehr gemeint „weniger Elternrechte“. Beide stehen auch nach Auffassung der Bundes-„Familien“-Ministerin und vieler linker Politiker in Konkurrenz.

Im Grunde stehen die Rechte des Staates über das Kind in Konkurrenz mit den Elternrechten, denn „Kinderrechte“ in die Verfassung aufzunehmen bedeutet automatisch eine größere Einflussnahme des Staates auf die Belange der Kinder.

Der Einwand, man habe damit die Kinder im Blick, die misshandelt und vernachlässigt werden, ignoriert, dass dieser Vorstoß systematisch gegen die traditionelle Familie gerichtet ist. Die Politik linker Kräfte macht deutlich, dass diese den klassischen Begriff von Ehe und Familie von Herzen ablehnen. Der Gedanke, die traditionelle Familie könnte einen Vorteil gegenüber anderen Partnerschaftsformen aufweisen, ist ihnen zuwider.

Das Grundgesetz fokussiert auf die Elternrechte und auf die Ehe, weil es noch davon ausgeht, dass sich die Gesellschaft aus Familien und nicht aus Individuen zusammensetzt. Die Familie ist die Keimzelle des Staates und nicht der einzelne. Aus diesem Grund darf der Staat in das Familienleben nur in Notfällen eingreifen, wie eben im Fall von Misshandlung und Vernachlässigung.

Mit solchen Gedanken können Sozialisten und Grüne offenbar nichts anfangen. Für sie ist Familie eine per Zufall zusammengewürfelte Gruppe von Menschen. Wäre das tatsächlich so, dann könnten nur einzelne Individuen Träger von Rechten und Rechtssubjekte gegenüber dem Staat sein. Nach ihrer Auffassung von „Kinderrechten“ stünden dann Eltern und Kinder gleichweit entfernt zum Staat. Ob sie eine Familie bilden oder nicht, wäre unerheblich.

Spätestens hier wird deutlich, wie diese Auffassungen vom Kommunismus der DDR geprägt wurden. Im Kommunismus gibt es nur den einzelnen Menschen, der wie ein isoliertes Atom in der Gesellschaft lebt. Zwischen dem einzelnen und dem Staat gibt es keine intermediäre Organisation, vor allem keine Familie, die in irgendeiner Weise vom Staat unabhängig ist.

Mit dieser Monopolfunktion ausgestattet, ist nur der Staat für den Schutz und die Erziehung zuständig.

Die bestehenden Gesetze sind ausreichend, um Kinder vor Misshandlungen und Verwahrlosung zu schützen. Das Augenmerk muß ein anderes sein: Die steigende Zahl von misshandelten Kindern ist ein Symptom des kulturellen Verfalls der Familie in Deutschland.

Was Kinder brauchen, sind keine linkslastig definierten „Kinderrechte“, sondern eine Stärkung der Familienkultur.

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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